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Cueva de las Manos - Unesco Weltkulturerbe

Verantwortlicher Autor: Thomas Schuster Santa Cruz, 03.08.2020, 18:24 Uhr
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Geheimnisvolle Vergangenheit
Geheimnisvolle Vergangenheit  Bild: Thomas Schuster

Santa Cruz [ENA] Argentinien bietet viel. Großartigen Fußball, Steaks zum niederknien, unendliche Weiten, beeindruckende Landschaften und eine artenreiche Tierwelt. Dazu eine kleine Höhle im Südwesten, im Norden der Provinz Santa Cruz, die einen sehenswerten Schatz aus den Anfängen der Menschheit in sich trägt.

Unter den Top-10 der touristischen Reiseziele mag die Cueva de las Manos nicht zu finden sein. Zu viel trockene Geschichte vielleicht, vielleicht auch etwas zu viele Steine. Dazu gesellt sich die Abgeschiedenheit der argentinischen Steppe. Größere Reisegruppen, geschweige denn öffentliche Busse, pendeln nicht in die Schlucht des Rio Pinturas. Die Landschaft ist karg, ein eigener Mietwagen fast schon Pflicht. Aber wer die staubigen Kilometer bis zum Unesco Weltkulturerbe bewältigt, dem erzählt die die circa 20 Meter tiefe, 10 Meter hohe und 15 Meter breite Höhle eine Geschichte der menschlichen Evolution.

Der Eintritt ist günstig, zum Schutz der Höhle und der Umgebung werden ausschließlich geführte Touren angeboten. Keine Sorge, wer dem Spanischen nicht mächtig ist, der erhält ausführliche Informationen auch in perfektem Englisch. Die Malereien selbst datieren von 7.000 bis 1.000 vor Christus. Sie werden je nach Stil in drei Gruppen eingeteilt, die die Buchstaben A, B, und C tragen. Dabei steht A für die Malereien mit dem höchsten künstlerischen Niveau, während die Gruppe C nur noch aus Umrissen und Übermalungen von Händen und großen menschlichen Figuren besteht. Rote Farbtöne bestimmen die Wände. Und sind in dieser Form bis zum heutigen Tag nur in dieser Höhle bekannt.

Entdeckt wurde die Höhle 1941 vom Mönch Alberto M. de Agostini. Die Feinarbeit und geschichtliche Aufarbeitung übernahmen im Nachgang verschiedene Archäologen, darunter Rex González und Milcíades Vignati. Ab den 1960er Jahren ist insbesondere der Topograf und Archäologe Carlos J. Gradin als Erforscher der Höhle und umliegenden Region hervorzuheben. Die Fahrt über die rumplige Schotterpiste hat sich gelohnt. Zum Abschied grüßen noch Gürteltier und Guanako, lediglich die in der Schlucht noch ansässigen Pumas ziehen sich in ihrer Schüchternheit zurück. Fazit: Kultur fernab von Menschenmassen. Die Geschichte der Menschheit ist einer ganz natürlichen und ehrlichen Art und Weise "neu" erleben.

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