Samstag, 21.07.2018 11:24 Uhr

Über Leichen für Rendite

Verantwortlicher Autor: Herbert Reis Aachen, 03.11.2017, 12:42 Uhr
Presse-Ressort von: Herbert Reis Bericht 6070x gelesen

Aachen [ENA] Der Wirbel um die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin reißt nicht ab. Die Schicksale der Beschäftigten sind dem Unternehmen schlichtweg egal. Selbst die verbliebenen Mittel werden wohl nicht mehr ausreichen, um die Masse der Verbindlichkeiten bedienen zu können. Dahinter verbergen sich unter anderem all jene Schulden, die Air Berlin nach dem Insolvenzantrag Mitte August gemacht hat.

Zwar zählt auch der Kredit des Bundes in Höhe von 150 Millionen Euro dazu, allerdings geht die Bundesregierung nach wie vor davon aus, dass sie das Geld zurückbekommt. Diese Einschätzung stützen auch Aussagen eines Insiders, den die Nachrichtenagentur Reuters zitiert: Das Darlehen des Bundes sei mit den Erlösen aus dem Verkauf von Teilen der insolventen Fluggesellschaft an Lufthansa und Easyjet gesichert, sagte eine mit den Verträgen vertraute Person. Das nennt man dann wohl einen Win-Win-Situation.

Anders als der Staat haben die Beschäftigten jedoch das Nachsehen. Den größten Anteil an den für Air Berlin erdrückenden Verbindlichkeiten machen die Löhne für die Beschäftigten aus, die die Fluglinie in den nächsten Wochen und Monaten eigentlich noch zahlen müsste. Die Belegschaft muss um einen Teil ihrer Löhne bangen. Viel Hoffnung sollten sie sich allerdings nicht mehr machen.

So wie bei Air Berlin geht es auch in anderen Betrieben zu. Investmentfirmen fordern unmöglich zu erwirtschaftende Renditen. Hauptsache die Rendite ist exorbitant hoch. Sie drohen bei Nichterfüllung mit Kapitalrückzug. Die Firmenleitungen sparen zuerst am Personal. Alte und Kranke verlieren zuerst ihren Job. Sie stehen vor dem finanziellem Ruin und fallen dann der Allgemeinheit, dem Staat, zur Last. Die Regierung ist aufgefordert, diesem Unwesen endlich Einhalt zu bieten. Sonst beginnt der Ausverkauf deutscher Firmen. Wenn er nicht schon begonnen hat.

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