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Deutschland braucht ein Update

Verantwortlicher Autor: Herbert Reis Aachen, 01.02.2017, 16:39 Uhr
Presse-Ressort von: Herbert Reis Bericht 5585x gelesen

Aachen [ENA] Der Bürger braucht den Glauben, dass sein Staat ihn vor Gefahren für die innere und äußere Sicherheit verlässlich schützt. Das Vertrauen der Bevölkerung auf den Staat ist aber erheblich beschädigt. Der Bürger braucht wieder Orientierung und Sicherheit. Man konnte in Deutschland schon lange vor der ungesteuerten Zuwanderung das Gefühl von einem gewissen Kontrollverlust haben.

Das Thema innere Sicherheit wurde in der Praxis seit vielen Jahren vernachlässigt. Auch so wurde der Nährboden bereitet für rechte Populisten. Ohne die Flüchtlingswellen wären deren Erfolge jedoch kaum erklärbar in Deutschland. Es haben aber auch viele Bürger, die mit Rechtspopulisten „nichts am Hut haben“, den Kontrollverlust in der Flüchtlingskrise als veritables Staatsversagen wahrgenommen. Die Verwahrlosung von öffentlichen Räumen, von Bahnhöfen und Zügen z. B. sind sichtbare Zeichen für eine Gesellschaft, die wegsieht, die ignoriert und verharmlost, die nicht mehr bereit ist, Rechtsbruch und Vandalismus konsequent zu ahnden.

So werden der Rechtsstaat und das Vertrauen der Bürger nachhaltig untergraben. Wer öffentliches Eigentum nicht mehr achtet bzw. zu schützen bereit ist, achtet später auch privates Eigentum nicht mehr. Bevor wir an unserer eigenen Toleranz ersticken, sollten wir besser aufwachen. Eine Symbolpolitik sollte man sich verkneifen. Falsche Versprechungen etwa zu Steuern und Abgaben sowie zu Renten sind auch in Wahlkampfzeiten zu vermeiden.

Die deutschen Unternehmen brauchen in den nächsten Jahrzehnten erheblich mehr gut ausgebildete Fachkräfte. Aber dieses Ziel ist auf Jahre hinaus auch durch die ungesteuerte Zuwanderung nicht zu schaffen. Die Flüchtlinge aus 2015 werden jedenfalls diese Lücke nicht schließen können. Vielmehr wird es ungeheure Anstrengungen bedürfen, diese Menschen in Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu integrieren. Das erschwert das Schließen der demografischen Lücke bei den Fachkräften erheblich.

Das wird aller Erfahrung nach Jahrzehnte brauchen. Und wir müssen alles dafür tun, dass anders als in der Vergangenheit, diese Integration auch wirklich gelingt. Nicht nur die Flüchtlinge müssen sich anpassen, auch unsere Gesellschaft muss wieder neue Orientierung finden. Konsequentes und glaubwürdiges politisches Handeln ist jetzt erforderlich.Wichtig ist auch Unternehmen zu animieren selbst Fachkräfte auszubilden.

Man sollte seitens der Politik doch noch einmal über die Ausbildungsabgabe nachdenken. Denn nur wer seine eigenen Facharbeiter ausbildet bleibt in der Zukunft wettbewerbsfähig. Der Faktor Mensch wird für Unternehmen immer wichtiger. Ein Umdenken in den Management- und Vorstandsetagen muss stattfinden. Nicht mehr „hire and fire“ sondern eine langfristige Bindung der Arbeitnehmer an ein Unternehmen erzielt den gewünschten Erfolg. Die Mitarbeiter müssen sich mit dem Unternehmen identifizieren können – für „ihre“ Firma arbeiten. Die Weichen für ein solches Umdenken können durchaus von der Politik gestellt werden.

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