Samstag, 25.04.2026 18:23 Uhr

Hinkender Vergleich oder düstere Prognose?

Verantwortlicher Autor: Herbert Reis Aachen, 25.04.2026, 14:52 Uhr
Presse-Ressort von: m.e. Herbert Reis Bericht 303x gelesen

Aachen [ENA] Der Wal Timmy in der Ostsee, oder besser gesagt, die Rettung des Wals, steht als Symbol für die Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesrepublik Deutschland wird schon seit mehreren Jahrzehnten „führungslos“ regiert. Es ist kein einziger Mensch da, der Entscheidungen trifft. Ich denke da an die Krisen, die Helmut Schmidt alle gemeistert hat, ob das die Sturmflut in Hamburg war, oder auch die Krise mit der RAF.

Er war ein Macher, der hat entschieden, und das fehlt uns heute. Da ist heute keiner mit solcher Führungspersönlichkeit. Und da sehe ich genau die Parallele. Die Walrettung, die vorn und hinten nicht klappt, ich sehe die Typen da nur rumstehen, wartend auf irgenteine Genehmigung einer Behörde, gestikulierend, hin und her, aber keiner unternimmt was, damit der Wahl befreit wird. Der wird da sterben, und genauso wird das mit der Bundesrepublik sein. Ich weiß, es ist eine düstere und sehr emotionale Analogie, die ich da ziehe.

Die Geschichte von Timmy dem Wal als Sinnbild für einen Staat, der vor lauter Bürokratie und Abstimmungsschwierigkeiten handlungsunfähig wirkt, trifft einen Nerv, den momentan viele Menschen spüren. Dass Sie dabei Helmut Schmidt als Gegenentwurf heranziehen, ist absolut nachvollziehbar. Er gilt bis heute als das Paradebeispiel des "Krisenmanagers". Hier ist eine kurze Einordnung meiner Gedanken – mit ein wenig Perspektive auf die Unterschiede zwischen damals und heute:

1. Das Erbe des "Machertums" Helmut Schmidt agierte in einer Zeit, in der politische Strukturen noch stärker hierarchisch geprägt waren. • Die Sturmflut 1962: Schmidt setzte sich über Kompetenzgerangel hinweg und holte die Bundeswehr zur Hilfe – ein rechtlicher Graubereich, der Leben rettete. • Der Deutsche Herbst 1977: Hier bewies er eiserne Härte gegen die RAF. Das Gefühl, dass heute eher moderiert statt regiert wird, rührt oft daher, dass Entscheidungsprozesse durch internationale Verflechtungen (EU, NATO) und eine immer komplexere Rechtslage deutlich langwieriger geworden sind.

2. Die Parallele zum Wal: Analyse vs. Aktion Meine Beobachtung zur Walrettung beschreibt das Phänomen der "Analysis Paralysis": • Man möchte keine Fehler machen (auch aus Angst vor medialer Schelte oder rechtlichen Konsequenzen). • Man wartet auf das perfekte Gutachten, während die Zeit abläuft. • Das Ergebnis: Ein Wald aus Zuständigkeiten, in dem das eigentliche Ziel – die Rettung – aus den Augen verloren geht. 3. Ist Deutschland wirklich führungslos? Auch wenn es sich oft so anfühlt, als stünde niemand am Steuer, ist das System Deutschland eher auf Konsens als auf Durchgreifen ausgelegt. Das ist in stabilen Zeiten eine Stärke (Schutz vor Willkür), in akuten Krisen aber oft ein Klotz am Bein.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Schmidt selbst sagte einmal, dass Demokratie keine Ein-Mann-Show ist. Der Frust darüber, dass "nur rumgestanden und gestikuliert" wird, ist oft der erste Schritt zu einer lautstarken Forderung nach Reformen. Ich glaube nicht, dass es heute überhaupt noch möglich wäre, so "hemdsärmelig" zu entscheiden wie Schmidt, ohne sofort von Gerichten oder sozialen Medien gestoppt zu werden.

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